Jakobs Gedichte

Gedichte eines Fünfjährigen
und Gespräche zwischen Vater und Sohn.

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Mit 5 Jahren

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Jakob setzt sich in die Mitte eines Karussels und sagt:

"Alle Kräfte drücken mich nach außen so entsteht ein Gleichgewicht bei der Fliehkraft."

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Jakob schwimmt und dreht sich so, dass sein Rücken aus dem Wasser ragt und sagt:

"Auf meinem Rücken herrscht Dürre."

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Jakob und ich spielen ein Spiel, bei dem er an ein Tier denkt und ich es mit ja/nein-Fragen erraten muss. Ich frage irgendwann "Legt es Eier?". Jakob verneint. Ein paar Fragen später frage ich: "Ist es ein Säugetier?" und Jakob sagt: "Ich habe ja schon gesagt es legt keine Eier, dann muss es ja ein Säugetier sein."

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Jakob kann Blockbuchstaben lesen und schreiben. Jakob schreibt Elefant und beginnt zu schreiben: E L Ä F A N T. Ich erkläre ihm, dass das zweite E ein E ist, auch wenn es sich wie ein Ä anhört.

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Ich zeige Jakob ein Fenster und frage ihn nach einem Gedicht dazu. Er dichtet:

"Aus dem Fenster des Hauses
in dem Hause der Mause
Lebt eine Hexe
die hat die Drexe
und die Drexe…
verwandelt Steine in eine Echse."

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Jakob dichtet:

"Ihr könnte nicht schwimmen
das ist okay.
Bereitet mal zwei Becken vor
Nun sprecht ihr in ein Rohr
Tut Wasser und Speisestärke rein
Und das ist toll, das ist fein
Ihr müsst es noch durchmische
bis die Haie und Fische
draußen sind.
Nun könnt ihr auf dem Wasser laufen juchu juche."

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Jakob sagt zu einem Pullover "Hoodie". Ich erkläre ihm, dass es kein Hoodie ist, er fragt warum. Ich sage, dass "Hood" die englische Bezeichnung für Kapuze ist und der Pullover keine hat. Jakob fragt: "Warum heißt es dann nicht Hood-No?"

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In der Sternwarte zeigen die Astronomen, dass das Teleskopbild auf dem Kopf steht und sagen, dass es aber bei der Astronomie nichts ausmacht, wenn das Bild auf dem Kopf steht. Jakob sagt später zu mir: "Dass sie das mit dem auf dem Kopf stehen gesagt haben fand ich seltsam. Bei Planeten gibt es doch gar kein oben und unten. Man könnte höchstens sagen das Bild steht auf dem Kopf".

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Jakob zeichnet eine Zeichnung, in der ein Ritter das Feuer um einen Baum löscht und sagt dann:

"Der Baum mag den Ritter.
Weil er schenkt ihm ein Blatt.
Das Blatt hat Herzform."

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Jakob fragt mich: "Ist das Hirn ein Organ?" Ich bejahe das. Jakob sagt, er findet das Gehirn sei kein Organ, weil es ja die anderen Organe steuert. Ich rede mit ihm darüber und sage, dass man verschiedene Systeme haben kann, um Dinge zu ordnen, z.B. nach Beschaffenheit. Jakob sagt: "Ich ordne es, nachdem was es kann."

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Jakob sagt: "Wenn man Pfeffer ist, hat man so Drachenatem."

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Ich schreibe Jakob das Wort "Quackfrosch" auf zum Lesen, er sagt, ich solle noch "Kackshaufen" schreiben. Dann nimmt er die beiden Wörter, schreibt etwas und sagt mir er hat ein Rätsel gemacht. Ich soll die Wörter finden, die sich in seinem Wort verstecken. Was er gemacht hat, ist jeweils einen Buchstaben von den beiden Wörter hintereinander geschrieben, also: KQAUCAKCSKHFARUOFSECNH.

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Jakob sagt:

"Manche Wissenschaft ist gegeneinander. Zum Beispiel ist Virenerfindung Medizin aber es geht auch gegen Medizin, weil man Viren heilen muss."

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Jakob dichtet:

"Ein Brett wurde mal gedehnt,
leider wurde es nicht zum Schlag erwähnt."

Und erklärt, dass das bedeutet, dass das Brett nicht geschützt wurde vorm Angriff.

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Jakob dichtet:

"Einmal wurde ein Brett gezogen,
aber es wurde abgesogen."

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Ich zeige Jakob ein altes Holztor und frage ihn wie er es nennen würde, er sagt:

"Holztor der mächtigen alten Steinwand."

Ich frage ihn, ob er ein Gedicht dazu machen kann, er sagt:

"Wer das Tor der alten Steinwand betritt
Kommt zum Mächtigen litt
Saust den Schnee herunter
Und wird dabei bunter und bunter
Dann kommt er ins Wasser
Und wird dabei noch nasser."

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Ich zeige Jakob ein Steinhaus und frage ihn, was er für ein Gedicht dazu machen kann, er sagt:

"Wer die alte Zeitmaschine betritt
Kommt durch Raum und Zeit als Herr Schmid
Und ist da nun und oft ein Drache
Von dem die meisten Kinder lache."

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Jakob schaut eine Hütte an die aussieht wie ein Bienenstock und sagt, er hat ein Gedicht

"In dem Bienenstock von Allen
Waren tausend Millionen Bienen drin
und die hatten Zauberkräfte
Die konnten nicht nur Honig machen
sondern auch Marmelade
in die Schwade.
Wurde sie genannt."

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Jakob sieht den Hochstand im Winterwald und sagt:

*"Der Jäger ist der stärkste Mann in Weiß."

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Jakob sagt "Genialität" zu praktischen Dingen. Er sagt:

"Eine Genialität kann alles sein, eine Medizin, oder ein Auto, oder ein Putzmittel oder ein Gift. Alles was praktisch ist."

Ich erkläre ihm, dass das toll ist und dass das Wort Genialität normalerweise anders verwendet wird, weil Genialität die Eigenschaft schlau zu sein bedeutet.

Jakob sagt:

"Aber das ist EINE Genialität und nicht DIE Genialität. Ich meine hilfsbereiter Gegenstand. Da hat man kein Wort dafür. Nur MEINE Genialität."

Dann lacht er über die Doppeldeutigkeit von seinem Wortwitz.

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Jakob sagt zum Schneegestöber draußen:

"Es schneit wie im wilden Winter."

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Ich schiebe Jakob an am Karussel am Spielplatz, wir reden über Reibung und wie lange sich Dinge im Weltall weiterbewegen, wenn man sie nicht anstupst. Ich sage ihm, dass die Schaukel da oben reibt. Jakob fragt:

"Meinst du am Holzbalken da oben oder an der Himmelswand?"

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Jakob sagt:

"Sportgeräte sind quasi Spielplätze für Erwachsene."

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Jakob sagt beim Gehen:

"Ich galoppiere…
wie die alten Stiere.
Galopp im Hopp! Galopp im Hopp!
Ich galoppiere…
wie die alten Stiere."

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Jakob sagt: "Ich werde eine Stadt erfinden, die heißt Kameleos Bratsch." Ich sage ihm, dass das ein toller Name ist und er sagt, dass dort alle auf Kamelen reiten. Wir reden noch länger darüber und er fragt mich, ob die Stadt auch am Südpol sein kann. Ich sage darauf: "Es ist deine Stadt. Die kann alles sein. Eine Megastadt. Oder ein Dorf. Oder eine Raumstation, oder eine Hütte im Wald." Jakob lacht und sagt: "Eine Hütte im Wald! Da wären dann die ganzen Kamele in der Hütte!"

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Ich rede mit Jakob und erkläre ihm, dass im Kaffee Koffein drinnen ist. Er fragt mich: "Gibt es auch Quasein? Das im Wort Quasi ist?"

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Ich sage Jakob, dass niemand alles wissen kann. Jakob fragt: "Und wenn wir alle Gehirne miteinander verschmelzen würden?"

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Jakob sagt an der Ampel: "Papa, welche Energie ist besser für die Umwelt? Lichtenergie oder Bewegungsenergie?" Ich sage ihm, dass ich darüber nachdenken muss. Jakob sagt: "Ich werde eine neue Ampel erfinden, die funktioniert mit Bewegungsenergie. Statt einem Licht ist da ein Pfeil, der sich dreht. Und man braucht auch die Farbe Blau, die kommt bevor es grün wird".

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Jakob fragt mich welche die giftigsten Element sind die ich kenne, ich sage "z.B. Phosphor und Flur", er fragt mich warum Phosphor giftig ist, wenn es doch im Körper ist. Wir diskutieren über Elemente, Moleküle, Quarks etc. Er fragt mich was radioaktive Element machen, ob man Quarks teilen kann, was Atomkerne sind und viele weitere Fragen.

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Jakob rutscht und sagt, er möchte später was essen und reimt:

"Ach diese zappelnde Wurst. Was macht der vorm Durst!"

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Jakob rutscht und reimt:

"Rutsch. Rutsch. Rutsch. Jetzt werd' ich runterflutsch."

Dann beim nächsten Rutschen:

"Zappel, zappel, zappel, was macht denn der vorm Knappel? Jetzt werde ich rutschen. Aber nicht flutschen!"

Dann beim dritten Ruschen:

"Dang, ding, dong. Jetzt kann ich rutschen, alter Gong."

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Jakob geht mit mir in einer Burgruine auf den Turm und sagt:

"Das ist der höchste Tag meines Lebens."

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Wir reden darüber, dass die Holzdecken einer Ruine nicht mehr erhalten sind, ich sage, dass Holz verrottet, Jakob reimt dazu:

"Und Stein… kann für immer haltbar sein!"

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Ich frage Jakob vor dem Lift-fahren, ob er lose Dinge einsticken hat. Jakob sagt:

"Ich habe einen Stein, ich stecke ihn in die Tasche, dort verliert er seine Losigkeit."

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Jakob reimt:

"Ein Dino mit Kanone
Der sieht so gruslig aus
Vor dem fürchtet sich sogar
Die allergrößte Maus."

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Jakob fragt, ob auf einer Fläche Wassertropfen sind, ich sage: "Ein paar." Jakob sagt: "Ein Paar sind zwei.", ich sage: "Ein Paar gibt es kleingeschrieben mit kleinem P und großgeschrieben mit großen P. Mit großem P heißt es zwei, mit kleinem heißt es viele." Jakob sagt: "Warum ist ein kleines P viel und große paar wenig? Ein kleines ist, doch so etwas Ähnliches wie wenig und ein großes sowas Ähnliches wie viel?"

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Jakob fragt mich:

"Macht Licht im Licht Schatten oder noch helleres Licht?"

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Jakob zeigt mir einen sonnenverbrannten Betonklotz, der dreckig ist und fragt mich, ob es nicht Schade ist, dass der so dreckig ist. Ich frage ihn, ob er ein Gedicht über den Dreck machen könnte. Er reimt, zuerst:

"Dreck Dreck weg.
Mach ihn weg, diesen Dreck."

Nach ein paar Varianten endet er bei:

Dreck Dreck Dreck
Kleine Schneck
Putz ihn weg
Diesen dreck.

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Ich gehe mit Jakob durch die Stadt, zeige ihm eine schmale, schöne Gasse und frage ihn wie er die beschreiben würde. Er sagt sofort:

"Das ist das hohe Bürglein!"

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Jakob steht am Wasserfall im Schwimmbad und rappt:

"Prassel, prassel, Regenprassel
Es prasselt HER…-VOR! (Anm: HER-VOR betont)
Prassel, prassel VOR!
Prassel auf dem Nil VOR!
Kommt das Krokodil VOR!"

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Jakob fragt mich, warum die Autoreifen gewechselt werden, ob man sie vielleicht wechselt wenn sie kaputt sind. Ich sage ihm ja, aber dass es auch Sommer- und Winterreifen gibt. Jakob fragt mich: "Gibt es auch Jahresreifen? Und auch Monatsreifen, zum Beispiel Aprilreifen?"

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Jakob kann multiplizieren: Er will einen Ball vom Automaten kaufen, ich sage dass er zu teuer ist weil er 2 € kostet und ein kleines Lego kostet 3 €. Dann frage ich ihn spontan: "Jakob, wenn ich zwei Lego habe und jedes kostet 3 Euro, wieviele von den Bällen brauche ich, damit es gleich viel wert ist?" Jakob sagt innerhalb von einer Sekunde: "Drei!"

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Jakob erzählt mir von seinem Freund und fragt mich ob ich ihn kenne. Ich sage ja, aber nur flüchtig. Jakob fragt mich wie er aussieht, ich sage ihm dass ich es nicht mehr weiß. Jakob sagt: "Dann sage ich es dir. Er hat oft etwas Rotes an, und er hat eine schöne Stimme und er mag mich."

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Jakob will beim Rutschen im Schwimmbad nicht auf dem Kopf nass werden, er sagt über den Strahl der unten aus der Rutsche rauskommt:

"Wenigstens hat mich die Wasserflamme nicht berührt!"

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Jakob nennt den Wasserball den "Treiber" (weil er darauf herumtreibt).

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Ich erzähle Jakob, dass er als Dreijähriger zu Lava "Steinsoße" gesagt hat, er sagt darauf:

"Man kann auch orange-gefärbtes Kochwasser sagen."

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Jakob sagt: "Weißt du was ich mir sehr von dir wünsche? Ein Gerät, das piepst bei Metall… Ich suche sehr viel Metall in meinem Kinderleben. Und die kleinen Metallchen kann ich aber nicht sehen daher brauche ich unbedingt einen Metalldetektor."

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Ich erzähle Jakob von IT, dass es Daten von Millionen Leuten gibt und dass das sehr schwierig ist soviele zu speichern und von einem Computer in den anderen zu geben. Jakob sagt: "Dann macht man es am Besten zuerst mit nur einem zum Test!".

Jakob reimt:

"Ein Frosch springt durch das Gras.
Da ist auf einmal ja ein Glas.
Was könnte das denn wohl für ein Glas sein?
Da pustet er… und da war auf einmal ein Bein.
Das Bein bewegt sich, oh bewegt sich
Ein Mensch trat hervor und sagt: "Hallo, Popor Popor!"
Die Zähne vom Menschen waren aber spitz
Irgendwie war er auf einmal ein Schlitz."

Mit 4 Jahren

Jakob nennt seine Stoffkrake: "Krakob".

Jakob sagt über Träume:

"Albträume könnten nur eine Feder heben, wenn sie Hände hätten."

Jakob sagt: "Wachs ist in Wachsen drin." (dem Wort)

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Jakob springt im Riesenaufblastrampolin mit vielen Kindern, die kugeln herum und er ruft begeistert: "Ein Kinderknoten!".

Jakob macht das Fenster auf beim Autofahren:

"Ich mache es auf beim Fahren, damit ich höre, was alles so draußen vorkommt."

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Wir telefonieren, die Verbindung bricht ab, Jakob ruft selbst wieder an, ich lobe ihn dafür, dass er weiß, wie das geht. Er sagt: "Ich kann es aber nicht so gut. Ich denke mir in meinem Kopf aus, wen ich anrufen will und dann probiere ich solange durch bis der kommt."

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Jakob sagt: "Ich habe einen Kraftkreislauf. Und in der Nacht werde ich schlapp und dann schlafe ich und der Kreislauf wird wieder aufgefüllt."

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In der Kinderausstellung über Kommunikation wird in der Runde gefragt ob die Kinder Beispiele für Kommunikation kennen. Jakob zeigt auf und sagt: "Man kann etwas zeichnen und der andere muss raten. Und die Bakterien kommunizieren mit Chemikalien."

Jakob auf die Frage ob er weiß was ein Anzug ist:

"Ein Anzug ist sowas wie eine Rüstung aus Stoff."

Jakob beim Schuhe anziehen:

"Die Schuhe hat man damit die Socken nicht schmutzig werden.
Und die Socken hat man damit die Füße nicht weh tun beim Gehen.
Und die Knochen hat man damit der Mensch hält und nicht einbricht."

Jakob sagt über die Tatsache, dass Menschen sich Erschrecken können: "Erschrecken ist so eingebaut. Technisch gesehen heißt das alarmiert."

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Jakob bitte mich, ob er auf dem Handy noch länger ein Spiel spielen darf, obwohl er schon gespielt hat heute. Ich erlaube es ihm und sage: "Aber nur weil heute Weihnachten ist." Jakob sagt: "Das Fest der Liebe. Aber wenn du mich nicht Computerspielen lässt, dann ist das keine Liebe."

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Ich erkläre Jakob das Morsealphabet, er fragt mich später: "Wie geht das mit den Tonbuchstaben?"

Jakob fragt: "Ist hinterunterfallen ein Wort?", ich sage, dass ich glaube man kann es als zwei und als ein Wort schreiben. Aber "Hinunter" ist ein Wort und "Fallen" noch eins. Jakob fragt mich wo der Abstand ist. Dann fragt er mich ob es möglich ist immer einen Buchstaben zu schreiben und dann einen Strich und wieder einen Buchstaben und dann ein Strich. Wie A-B-C.

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Jakob fragt mich: "Wenn Babies was wollen weinen sie und wenn sie verschiedene Sachen wollen weinen sie dann anders?"

Jakob reimt:

"Es war eine Biene die flog über den See
Da kam ein Frosch sagt hallo wollt ihr klee
Der Klee kriegt auf einmal einen Mund
Und dann hat er gegrunzt.

Der Geist war mal ein Pinguin
Der Pinguin wurde zum Geist
Und dann wurde der Geist wieder zum Leben erweckt
in der Küche geplatzt

Der Teller hat einen Mund
Der Mund hat gegrunzt
Der Mund hatte ein Ohr
Und deshalb kam ein Sturm.

Es war einmal ein Feuergeist
Der Feuergeist wurde zum Eis
Das Eis hatte einen Mund
Der Mund war der Grund.

Es war mal eine Pizza
Die wurde zur Mizza
Die Mizza wurde zur Seele
Die Seele wurde zur Quäle
Die Quäle wurde zur Ente
Die Ente wurde zur Grenze
Die Grenze war keine Grenze sondern eine Ente."

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Jakob spielt Kapla und baut einen Turm und sagt:

"Ein Stapel voller Erinnerungen"

Jakob über Spiegel:

"Glas ist durchsichtig. Ein Spiegel ist gegensichtig."

Jakob reimt:

"Wenn du ein Huhn isst, dann hast du es im Magen getragen."

Jakob singt:

"Alle meine Entchen schwimmen auf dem See, schwimmen auf dem See, rutschen über Steine und landen dann im Schnee."

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Wir spielen Scharade. Jakob schaut, dann ein bisschen verloren hin und her, zieht die Schultern hoch und öffnet die Hände mit den Handflächen nach oben. Ich frage ihn was er darstellt, er sagt "Das ist Einsamkeit".

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Jakob fragt mich: "Wasser kann Strom machen, aber kann Strom auch Wasser machen?"

Jakob und sein 12-jähriger Freund diskutieren.
Jakob sagt: "Wir sind Maschinen".
Sein Freund sagt: "Nein Menschen sind nicht Maschinen, die sind Lebewesen."
Ich sage: "Was ist der Unterschied zwischen Lebenwesen und Maschinen?"
Sein Freund sagt: "Lebewesen habe Organe".
Jakob, 4 Jahre sagt: "Wir sind Maschinen und die Organe sind kleine Maschinen, die in uns drinnen sind".

Jakob sagt:

"Der Hagel ist immer schlapp, denn er fällt ja vom Himmel."

Jakob fragt mich: "Gibt es Dinge die keinen Anfang und kein Ende haben?"

Jakob sagt über Sprache: "‘Ich habe’ kann man immer sagen", ich frage ihn was er meint und er gibt Beispiele für die Vergangenheitsform, wie: "Ich habe gelesen", "Ich habe geturnt" usw…

Ich sehe eine Blume und sage "Ich glaube, das ist ein Vergissmeinnicht". Ich erkläre ihm, dass das ein Name für eine Blume ist.

Jakob sagt: "Ich dachte das ist ein Wort, das man einpflanzen kann."

Jakob zur Stadtmauer: "Ich sage Stadtwand, das reimt sich"

Jakob liegt auf dem Bett und sagt:

"Ich bin so klein wie ein Edelstein."

Jakob sagt zu mir:

"Ich habe dich vermisst wie ein Zwerg, der seinen besten Freund vermisst".

Jakob erfindet einen Witz:

"Ich habe auch einen Witz erfunden: Eine Sonnenblume ging zum Mond ins Weltall hinein und dann sah sie dort ein Schwein."

Jakob reimt:

"Die Sonnenblume setzt sich auf eine Stachelpflanze und dann wurde sie platzemanze."

Jakob überlegt ob Stimmen bunt sind:

"Stimmen sind bunt. Kann man das sagen? Weißt du, weil Farben sind ja auch bunt und verschiedene Stimmen sind auch bunt".

Jakob sagt, er hat ein Gedicht gemacht:

"Drei Wellen. Schall Wellen. Pups!"

Und er erklärt das "Pups" ist die Explosion, wenn die Schallwellen explodieren.

Jakob möchte noch weiter rutschen im Schwimmbad durch in der lange blaue Rutsche und nicht heimgehen. Er sagt:

"Ich will noch blau sehen… Und in der Röhre sein."

Jakob fragt mich wie man große Zahlen bildet. Er sagt zu mir: "Schreib 30. Und dann ein paar Nullen. Und dann wieder 30. Und dann wieder ein paar Nullen. Und dann wieder 30".

Ich mache das (300000000000300000000030) und er fragt mich wie die Zahl heißt.

Ich sage: "Die ist so groß die hat keinen Namen."

Jakob sagt: "Dann gebe ich ihr einen Namen, ich nenne sie Tuka."

"Ich hab eine neue Zahl erfunden, die heißt Ula und die ist zwischen 2 und 3".

Jakob erzählt mir vom Aussterben der Dinosaurier und sagt:

"Danach war die Sonne dunkel.
Und dann gab es wieder Sonne, Sonne. Sonne.
Aber keiiiiiine Dinos."

Jakob möchte sich nicht verabschieden:\

"Geh nicht Papa… Mein Herz schreit schon um Hilfe! … Weißt du warum es um Hilfe schreit? Weil ich nicht möchte dass du gehst."

Jakob über Bienen:

"Ich habe Angst vor Bienen. Und anderen lebensfeindlichen Insekten."

Jakob sagt über den Automaten, von dem man Spielzeug kaufen kann:

"Vielleicht kommt diesmal keine Ente. Sondern etwas Überraschendes… und Wunderliches… und Dramatisches!"

Jakob zeichnet ein Meer für seinen Stoffpinguin und sagt:

*"Das Meer geht aus einem einzigen Regentropfen." (Anm.: kein 'hervor' im Satz)

Jakob sagt: "Ich habe eine Geschichte erfunden. Die heißt "Oloro". Da geht es um einen Mann, dem wird von einem Monster ein Ohr abgeschraubt, aber es tut nicht weh, weil man es abschrauben kann. Und dann wird das Monster besiegt und das Ohr wieder angeschraubt."

Jakob bastelt für seinen Stoffpinguin Eisschollen, er sagt beim Aufhören des Spiels:

"Seine letzten Momentchen… die aus Eisschollen gemacht wurden."

Jakob sagt zu mir:

"Du bist mein Eiffelturm."

Jakob dichtet beim bauen mit Lego:

"Es ist wichtig, dass wir den Motor starten.
Wenn es fertig ist, dann wird er schnell geraten."

Jakob möchte einen Gummiring von mir und sagt:

"Ich will einen leichten Gummi,
der tanzt wie ein Flummi."

Jakob fragt: "Papa was heißt überwinden?".
Ich erkläre ihm, dass das ist, wenn man etwas Schwieriges macht das vorbei ist.
Jakob knotet nebenbei einen Knoten und sagt: "Ich habe den Knoten überwunden.".
Ich sage ihm, dass man es ein bisschen anders verwendet.
Jakob sagt: "Wenn man einen Knoten aufmacht, hat man ihn auch überwunden.".

Jakob spielt auf einem Tisch und beginnt zu erzählen:

"Wir sind im Land der Tischkante Arania, und da gibt es 300 Vulkane…"

Jakob nennt die Sofaritze in die manchmal Spielzeug rutscht: "Das Schlucktal".

Jakob sagt beim Spiel mit einer Figur:

"Der Drache will immer fressen, er frisst alles, auch den Abend."

Mit 3 Jahren

Jakob legt sich auf den Rücken und sagt nachdenklich:

"Heute ist so ein Tag wo man denn Mond noch immer sehen kann."

... kurze Pause ...

"Und die Vögel zwitschern."

Jakob spielt mit einer Stoffeule: "Die Eule zeigt sich nicht gerne. Aber ich zaubere jetzt, dass sie sich gerne zeigt. Abrakadabra die Eule zeigt sich jetzt gerne."

Jakob tippt viele Buchstaben auf der Tastatur am Computer, sodass ein Muster entsteht und sagt:\

"Das ist Geheimkunst!"

Wir telefonieren, Jakob ist bei seiner Oma. Er sagt:

"Ich hab Heimwehflimmern."

Ich frage ihn was das ist, er sagt:

"Das ist, wenn man Heimweh hat, sodass es auf der Zunge flimmert."

Jakob schaut den Kalender an:

"Warum ist wieder ein neuer Tag geworden, dass der Kalender weiter muss?"

Jakob fragt: "Kann man zu dir in weiter Ferne sprechen, wenn du arbeitest?"

Jakob geht an der Hand und sagt:

"Die Liebe fließt von meinem Kopf in meine Hände."

Jakob fragt: "Weißt du, was eine Karotterie ist? Da kann man sich Karotten ausborgen."

Jakob nimmt rhythmische Lieder auf mit der Mundharmonik, bei denen er dazwischen atmet, statt bläst und sagt: "Das ist Luftmusik."

Jakob rechnet, er zeigt mir mit einer Hand fünf Finger und mit der anderen keine.
Dann mit einer Hand vier und mit der anderen einen und sagt:
"So kann man auch Fünf machen."

Mit Jakob im Museum, er nimmt einen Stock und nimmt ihn in die Hand und gibt ein Ende in meine Hand und sagt:

*"Das ist eine Haltebrücke."

Mit 2 Jahren

Jakob sagt: "Da ist ein Stern".
Ich sage: "Die leuchten in der Nacht."
Jakob reimt darauf: "Und die Rakete in voller Pracht."

Jakob bastelt ein Duploschiff mit einem Hochsitz und nennt es ein "Hochboot".

Jakob im Museum:

"Das ist die Schlange, die ist lange."

Ich sage zu Jakob: "Du bist ein Schatz", Jakob sagt:

"Ich bin kein Schatz. Eine Piratenkiste ist ein Schatz."

Jakob sagt zu Lava "Steinsoße"

Jakob nennt Soletti: "I-Brezel".